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Alkohol auf dem Drahtesel

Die zulässige Promillegrenze bei Fahrten unter Alkoholeinfluss mit dem Pkw, sofern hier keine Gefährdung des Straßenverkehrs vorliegt, beträgt 0,5 Promille. Dies ist den Verkehrsteilnehmern in der Regel hinreichend bekannt.

Unbekannt sind jedoch in der Regel die rechtlichen Folgen einer Fahrt auf dem Fahrrad unter Alkoholeinfluss. Häufig wird bei Fahrten zu Gasthäusern und Biergärten bereits geahnt, dass ggf. das eine oder andere Bier mehr getrunken wird. Aus diesem Grund entscheiden sich hier viele bereits vor dem Besuch im Biergarten das Auto richtigerweise zu Hause stehen zu lassen und dementsprechend mit dem Fahrrad den Feierabend ausklingen zu lassen. Unbekannt ist hier oftmals, welcher Alkoholkonsum beim anschließenden Nachhauseweg eigentlich noch zulässig ist und was die Konsequenzen einer entsprechenden Fahrt unter Alkoholeinfluss sind.

Bei Fahrten mit dem Pkw wird ab 0,5 Promille und einer entsprechenden alkoholbedingten Auffälligkeit eine Ordnungswidrigkeit verwirkt, was in der Regel ein Bußgeld von 500,00 €, einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg zur Folge hat. Doch was passiert bei Fahrten mit dem Fahrrad?

Bekannt ist in der Regel, dass die maßgebliche Promillegrenze hier bei 1,6 liegt.

Ab dem Promillewert von 1,6 wird der Tatbestand § 316 StGB „Trunkenheit im Verkehr“ verwirkt. Ab diesem Promillewert wird eine Straftat begangen. Diese wird in der Regel mit einer Geldstrafe geahndet.

Der Verlust der Fahrerlaubnis ist kein Automatismus. Bei einer Fahrt mit dem Fahrrad unter entsprechendem Alkoholeinfluss (1,6 Promille) wird die Fahrerlaubnisbehörde tätig und muss prüfen, ob eine Ungeeignetheit zum Führen von Kraftfahrzeugen vorliegt. Dementsprechend wird in der Regel die Durchführung einer medizinisch psychologischen Untersuchung angeordnet (MPU/Idiotentest). Hier muss durch Psychologen überprüft werden, ob durch das Trinkverhalten insgesamt zu befürchten steht, dass nach entsprechendem Alkoholkonsum, ob der Tatsache, dass hier eine Fahruntüchtigkeit vorliegt, ggf. auch die Gefahr besteht, dass der jeweilige Betroffene das nächste Mal unter Alkoholeinfluss mit einem Kfz fährt.

Fällt die MPU negativ aus, ist damit zu rechnen, dass dem jeweiligen Betroffenen auch die Fahrerlaubnis entzogen wird, obwohl er die jeweilige Trunkenheitsfahrt auf dem Fahrrad begangen hat.

Der Alkoholwert von 1,6 Promille ist jedoch hier auch lediglich der Maßstab für die absolute Fahruntüchtigkeit. Bereits bei Fahrauffälligkeiten unterhalb der 1,6 Promillegrenze kann eine entsprechende Verwirkung des Straftatbestandes des § 316 StGB vorliegen und eine medizinisch psychologische Untersuchung veranlasst sein. Hier sind, wie bereits erwähnt, die jeweiligen Fahrauffälligkeiten (Schlangenfahrten) maßgeblich.

Wer also nach einem gemütlichen Besuch des Biergartens auch am nächsten Tag sich noch sicher sein will seinen Kfz-Führerschein dauerhaft in Besitz zu halten, sollte dementsprechend auch nicht nach entsprechendem Alkoholkonsum mit dem Fahrrad nach Hause fahren, sondern dann lieber den Heimweg zu Fuß antreten. Der jeweilige Fahrer sollte sich dabei immer vor Augen halten, dass nicht nur mit dem Pkw schwere Unfälle drohen, sondern auch ein Sturz mit dem Fahrrad bereits massive Verletzungen hervorrufen kann.

Autor: RA Oliver Plate